Symptome des hereditären Angioödems
Charakteristische Symptome des HAE sind
episodisch auftretende Schwellungen (Ödeme). Diese bilden sich
in der Regel nach zwei bis fünf Tagen zurück. Sie sind
typischerweise farblos bis weiß oder leicht gerötet und
seltener juckend, was eine Fehldiagnose als Urtikaria (Nesselsucht,
d.h. allergische Hautreaktion) ausschließt. Den Schwellungen
geht gelegentlich ein Prickeln auf der Haut voraus, oft treten sie
aber ohne Vorwarnung auf. Viele Attacken treten aber spontan
auf.
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Meistens treten diese Ödeme im
Gesicht, am Hals, den Extremitäten, aber auch an Genitalien
und Gesäß auf. Die Flüssigkeitsansammlung kann
schmerzhafte Spannungen hervorrufen. Über 70 Prozent der
Ödeme sind Schwellungen der Schleimhäute an inneren
Organen, die sich in kolikartigen Krämpfen, Erbrechen und
Durchfall äußern und zu Kreislaufbeschwerden
führen. Diese gastro-intestinale Symptomatik wird nicht selten
als Erkrankung der Bauchhöhle (akutes Abdomen) fehlgedeutet,
was zu unnötigen und gefährlichen operativen Eingriffen
führen kann. Besonders gefährlich für die
Betroffenen und verantwortlich für 30 bis 50 Prozent der
Todesfälle sind akute Erstickungsanfälle aufgrund einer
Schwellung im Kehlkopfbereich, die unter anderem bereits durch
zahnärztliche Eingriffe oder die Entfernung der Mandeln
ausgelöst werden kann.
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Es gibt nach heutigem Stand des Wissens
keine eindeutig verantwortlichen Auslöser für die
Schwellungs-Attacken. Von Betroffenen werden aber Stress, Traumata
(verursacht z.B. durch Operationen oder Zahnextraktionen),
Insektenbisse und Nahrungsmittel als auslösende Faktoren
benannt. Bei Frauen können Menstruation und orale
Kontrazeptiva (Antibabypille), bei Kindern der erste Zahndurchbruch
Ödem-Attacken verursachen. Ebenfalls bekannt ist, dass
ACE-Hemmer in der Bluthochdruck-Therapie sowie Östrogene als
Hormonsubstitution im Rahmen postmenopausaler Beschwerden
Ödeme auslösen.
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Die Erstmanifestation des
hereditären Angioödems tritt bei der überwiegenden
Zahl der Patienten vor dem 20. Lebensjahr auf, wobei die
Stärke der Attacken meist bis zum Erwachsenenalter zunimmt.
Die Erstmanifestation kann bereits im Kleinkindalter stattfinden,
kann aber auch später im Leben geschehen. Die Häufigkeit
der Attacken variiert sehr stark: Ein Drittel der Patienten erlebt
mindestens eine oder mehr Attacken pro Monat, in Extremfällen
sogar ein bis zwei Attacken pro Woche. Eine erhöhte
Anfallshäufigkeit liegt aber in der Pubertät und bei
Frauen in der Schwangerschaft und Menopause vor. Die Inzidenz
(Häufigkeit innerhalb der Bevölkerung) des
hereditären Angioödems ist nicht genau bekannt. In
Deutschland sind mittlerweile über 1.000 Patienten bekannt.
Internationale Vergleiche legen jedoch die Vermutung nahe, dass die
Dunkelziffer sehr hoch sein muss. Insgesamt rechnen Experten mit
bis zu 5.000 Betroffenen in Deutschland.
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