Diagnostik des hereditären Angioödems
Ist das Krankheitsbild bekannt, kann die
Verdachtsdiagnose auf HAE in der Regel angesichts der wiederholt
auftretenden Ödeme und einer positiven Familienanamnese sehr
leicht gestellt werden. Aber bei 20 % der Patienten sind es
Neumutationen, bei denen keine Familienanamnese vorliegt.
Die Messung der C1 Aktivität (Funktion), der C1 Konzentration
(Protein) und des C4 Komplementwertes kann die Verdachtsdiagnose
HAE eindeutig bestätigen.
Während die Normalwerte für die Aktivität bei 80
– 120 Prozent liegen und für die Proteinkonzentration 15
– 35 mg/dl liegen, sind diese Wert bei HAE Patienten stark
erniedrigt. Die C4 Werte sind immer erniedrigt.
Der Befund sollte jedoch von HAE
erfahrenen Ärzten beurteilt werden.
Zu widersprüchlichen Befunden kann es kommen, da die
Aktivität des C1-Esterase-Inhibitors bei ungekühlten
Proben bereits bei Raumtemperatur sehr schnell abfällt. Auch
ist die Aktivität des Enzyms bei Kindern generell niedriger
als bei Erwachsenen. Wichtig ist bei bekannt positiver
Familienanamnese die frühzeitige Diagnosestellung um bei
Bedarf die lebensrettende Therapie einleiten zu können. Laut
Literatur verstarb bei nicht erkanntem HAE früher jeder dritte
Patient vorzeitig.